Grosse Mengen an Daten liegen bei Energieunternehmen oft brach. An den Energy Data Hackdays in Brugg werden die Daten für die Entwicklung kreativer Ideen und erster Prototypen zur Verfügung gestellt. Der Kompetenzbereich «Smart Energy Systems» der Fachhochschule Nordwestschweiz unterstützt die Hackdays.

Energieunternehmen verfügen über grosse Mengen an Daten. Alleine schon mit dem Ausrollen von Smartmeter werden immer mehr Daten verfügbar. Allerdings werden solche Daten nur partiell oder gar nicht genutzt. Eine bessere Nutzung der brachliegenden Daten für neue Dienstleistungen und Analysen liegt im Interesse dieser Unternehmen und ihrer Kunden. An den Energy Data Hackdays werden eine Vielzahl solcher Daten für die Entwicklung kreativer Ideen und erster Prototypen zur Verfügung gestellt und gemeinsam intelligente Lösungen entwickelt.

Am 15. und 16. Februar 2019 fanden die ersten Energy Data Hackdays im Hightech Zentrum Aargau in Brugg statt. Dort wurden Themen wie das Energienetz als Schnittstelle zur Smart City/Community oder die Rolle des Übertragungsnetzes bei der Dezentralisierung des Produktionssektors, aber auch Themen zur Behandlung der sensiblen Daten diskutiert. Zum Abschluss wurden die erarbeiteten Ideen präsentiert und die besten von einer Jury ausgewählt. Konkret wurden insgesamt 13 Lösungen entwickelt.

Um nur einige, sogenannte Challenges zu nennen:

  • Die Planung von öffentlich-zugänglichen Ladestationen muss verschiedene Stakeholder berücksichtigen. In dieser Challenge wurden die Bedürfnisse der Stakeholder analysiert und in einer prototypischen Informationsdatenbank zusammengetragen. In GIS-basierten Prototypen konnte gezeigt werden, wie bei der Planung der Standorte für Ladestationen geholfen werden konnte.
  • Die Challenge «Load Profile Shaping» adressiert die Diskrepanz zwischen den sehr variablen und dynamischen Strompreisen an den Energiemärkten und den unflexiblen und starren Strompreistarifen für Endverbraucher. In einer App sollten einem EVU aufgezeigt werden, wie es effektiv die Lastgänge seiner Stromkunden zu seinen Gunsten verbessern kann.
  • Beim «Gebäudepass Cloud» wurde untersucht wie auf der Basis von frei verfügbaren Daten eine Verbesserung der Datengrundlage erreicht werden kann. Diese Datengrundlage sollte sowohl öffentlichen Institutionen wie Gemeinden, Kantonen, dem Energieversorger als auch dem Gebäudebesitzer zur Verfügung gestellt werden, um zum Beispiel für Gebäudebesitzer Vorschläge für Sanierungen zu unterbreiten.

Einige dieser Challenges wurden von den entsprechenden Stakeholdern aufgegriffen und weiterverfolgt.

Die FHNW, insbesondere der Kompetenzbereich «Smart Energy Systems» an der Hochschule für Wirtschaft unterstützt die Hackdays. Die für dieses Jahr geplanten Energy Data Hackdays waren für den März angesetzt, mussten aber CORONA-bedingt auf den 28.-29. August 2020 verschoben werden. Auch hier deuten sich wieder interessante Herausforderungen an. Interessierte können sich immer noch anmelden.