Auf dem Dach der Alterssiedlung «Drei Brunnen» wurde 2018 eine Photovoltaikanlage installiert. Dank einem Speicher aus sogenannten 2nd-Life Batterien wird 20% weniger Energie aus dem Netz bezogen. Das Institut Energie am Bau der Fachhochschule Nordwestschweiz (IEBau FHNW) war bei der Planung, Dimensionierung und Monitoring der Anlagen involviert.

2nd-Life Batterie

Durch die erhöhte Nachfrage nach Elektrofahrzeuge nimmt auch die Zahl der Gebrauchtbatterien zu. Zurzeit werden Batterien nach der Nutzung in Elektrofahrzeugen recycelt. Die Produktion sowie das Recycling von Lithium Batterien sind energie- und rohstoffintensiv. In der Batterie steckt etwa ein Drittel der grauen Energie eines Elektrofahrzeugs. Sogenannte 2nd-Life Stromspeicher in Wohngebäuden bergen gleich zwei Vorteile: die Batterien haben eine längere Lebenddauer und die Gebäude können mehr vom selbstproduzierten Strom nutzen. Bei der Alterssiedlung «Drei Brunnen» wurden im Rahmen eines Pilot- und Demonstrationsprojekts neun 2nd-Life Lithium Batterien aus Twike Elektromobilen (Firma Dreifels, Gelterkinden) installiert. Die verwendeten Batterien sind teils gebrauchte und teils 2-3 Jahre unbenutzt gelagerte Batterien.

Energiefluss

Wie Monika Hall und Simon Altweg in der Riehener Zeitung schreiben, untersuchten sie detailliert die Energieflüsse von November 2018 bis September 2019:

Monatliche Energiesummen, Eigenverbrauchsanteil und Autarkiegrad der Alterssiedlung "Drei Brunnen"

Fig. 1: Monatliche Energiesummen, Eigenverbrauchsanteil und Autarkiegrad der Alterssiedlung “Drei Brunnen”

In den Sommermonaten nimmt der PV-Ertrag und damit auch die Netzeinspeisung zu (blaue und rote Säulen). In diesen Monaten wird der Verbrauch (grüne Kurve) verstärkt durch den Eigenverbrauch von PV-Strom (helles Gelb) gedeckt. Der Eigenverbrauchsanteil (graue Kurve), veranschaulicht das Verhältnis zwischen direkt verbrauchtem PV-Ertrag, inklusive Zwischenspeicherung in der Batterie, bezogen auf den gesamten PV-Ertrag. Insgesamt wird dank den 2nd-Life-Batterien 20% weniger Energie aus dem Netz bezogen und 5,3% weniger Energie wird in das Netz eingespeist. Aufgrund der erfreulichen Resultaten kann dieser Ansatz auf andere Gebäude übertragen werden.

Mehr Informationen finden Sie im Artikel der Riehener Zeitung vom November 2019: