Mit der Abschlussveranstaltung endete am Donnerstag 11.1.2018 das Projekt Regionaler Energieverbund. Nach einem Projektrückblick von Stefan Roth, präsentierte Siegrun Klug das innovative Energieprojekt „Aspern Smart City Research“: Ein neuer Stadtteil von Wien dient als reales Forschungsprojekt für technische Lösungen und deren Praxistauglichkeit für die Energiezukunft.

Drei Jahre lang haben Mitarbeitende von fünf Hochschulen der Fachhochschule Nordwestschweiz zusammen mit Projektpartnern aus der Wirtschaft am Projekt «Regionaler Energieverbund» gearbeitet. Am Donnerstagabend am 11.1.2018 fand die Abschlussveranstaltung des Projektes im Campus Brugg der Fachhochschule Nordwestschweiz statt.

Stefan Roth, Projektleiter seitens der Fachhochschule, fasste in einem kurzen Rückblick nochmals die wichtigsten Ergebnisse und Erfahrungen des Projekts zusammen. 2015 wurde das Projekt lanciert. Die technische Steuerung flexibler Kleinverbraucher im Stromversorgungssystem, Kundenverhalten, Stakeholder und Geschäftsmodelle standen im Fokus. Das Projektziel der ersten drei Jahre war, sowohl mit Energie- und Technologiepartnern als auch mit Stromkundinnen und Stromkunden ein Pilot im Feld vorzubereiten. Dieses Pilotfeld umfasste Machbarkeitsüberprüfungen, Entwicklung von Produkten, Tests von Methoden, Definition von Geschäftsmodellen und Bedürfnisabklärungen und Miteinbezug von Stakeholdern.
Die interdisziplinäre Zusammenarbeit der fünf Hochschulen und verschiedener Praxispartner war eine Bereicherung und eine Herausforderung zugleich. Das gemeinsame Projekt- und Themenverständnis, die Mittelverteilung, die Evaluation und Integration aller Beteiligten nannte Stefan Roth als solche Herausforderungen in diesem Projekt. In einem Nachfolgeprojekt werden alle von den gesammelten Erfahrungen und vom aufgebauten Netzwerk profitieren.

Fig. 1: REV Abschlussveranstaltung2018, Stefan Roth Siegrun Klug

Fig. 1: REV Abschlussveranstaltung Januar 2018, Stefan Roth und Siegrun Klug

 

Im zweiten Teil präsentierte Siegrun Klug – Expertin in Markt- und Konsumentenforschung –  Ergebnisse und Erfahrungen aus dem Projekt „Aspern Smart City Research“ in Wien. Die Seestadt Aspern hat eine Grösse von 240 Hektaren und ist das grösste Bauprojekt Wiens. Rund 8500 Wohnungen für rund 20‘000 Bewohner sind bis 2028 in diesem neuen Stadtteil geplant, ein grosser Teil ist bereits gebaut und bewohnt. Mit realen Endkunden werden technische Lösungen für die Energiezukunft entwickelt und auf die Praxistauglichkeit getestet. Im Zentrum des Projekts stehen die folgenden technischen Themen: Gebäudeautomation, Nutzung der Energie-Flexibilität der Gebäude, Entwicklung optimaler Methoden der Erfassung des Netzzustandes und der Netzplanung. Das Projekt konzentriert sich neben den technischen Lösungen auch auf die Einbindung der „Smart User“ und somit auf die Motivation und Befähigung der Bewohner, die verfügbaren technischen Möglichkeiten sinnvoll zu nutzen.

Um das Verhalten und die Bedürfnisse der Bewohner zu verstehen und nachzuvollziehen, wurden 111 Haushalte befragt. Mit Hilfe der Antworten identifizierte das Forschungsteam unterschiedliche User-Gruppen. Jede Gruppe verfügt über spezifische Werthaltungen und unterschiedliche Kommunikationsgewohnheiten. Somit ist auch die Motivation die technischen Möglichkeiten für Energieeinsparungen zu nutzen unterschiedlich gross. Die Anreizsysteme und Kommunikationsmethoden passte das Forschungsteam dementsprechend den Bedürfnissen der Gruppe an. In einem interaktiven Schauraum Vorort können interessierte Besucher das komplexe Forschungsprogramm kennenlernen, Exkursionen sind sehr willkommen.

Fig. 2: REV Abschlussveranstaltung2018, Siegrun Klug

Fig. 2: REV Abschlussveranstaltung Januar 2018, Siegrun Klug

Um das Verhalten und die Bedürfnisse der Bewohner zu verstehen und nachzuvollziehen, wurden 111 Haushalte befragt. Mit Hilfe der Antworten identifizierte das Forschungsteam unterschiedliche User-Gruppen. Jede Gruppe verfügt über spezifische Werthaltungen und unterschiedliche Kommunikationsgewohnheiten. Somit ist auch die Motivation die technischen Möglichkeiten für Energieeinsparungen zu nutzen unterschiedlich gross. Die Anreizsysteme und Kommunikationsmethoden passte das Forschungsteam dementsprechend den Bedürfnissen der Gruppe an. In einem interaktiven Schauraum Vorort können interessierte Besucher das komplexe Forschungsprogramm kennenlernen, Exkursionen sind sehr willkommen.

Zum Abschluss der Veranstaltung präsentierten Ruth Schmitt und Stefan Roth noch die Folgeprojekte „Digitale Energiesysteme auf Quartierebene“ und die Weiterführung des „Regionalen Energieverbundes REV“ mit der Überprüfung der erarbeiteten Lösungen in konkreten Haushalten.
Die erste Kontaktaufnahme mit potentiellen Quartieren für „Digitale Energiesysteme auf Quartierebene“ ist bereits erfolgt. In den Quartieren Erlenmatt und Klybeck in Basel, Mättivor in Schwyz und SIG-Areal in Schaffhausen sollen nachhaltige Energiesysteme und technische Lösungen geprüft und optimiert werden.
Das Projekt „Regionaler Energieverbund REV“ wird mit der konkreten Feldprüfung weitergeführt. Die erarbeiteten Lösungen und Konzepte wie zum Beispiel der Hausmanager und das Energiemanagementsystem, sollen in einem nächsten Schritt in zwei Haushalten eingesetzt, geprüft und optimiert werden. Der Rollout der Konzepte ist in 20 bis 30 Haushalten ab 2020 ist in einem zweiten Schritt geplant. Das Gesuch für Drittmittel für diese Weiterführung wird Ende Januar 2018 beim BFE eingereicht und eine positive Rückmeldung ist zu erwarten.

Ein anschliessender Apéro rundete den Abend ab und die Teilnehmenden tauschten sich im informellen Rahmen weiter über die präsentierten Inhalte und die Zusammenarbeit aus.