Digitale Energiesysteme in Quartieren

Die Fachhochschule Nordwestschweiz wird ihr Projekt «Digitale Energiesysteme in Quartieren» ab 2018 interdisziplinär und unter Einbezug verschiedener Anspruchsgruppen angehen. Ziel ist es, einen massgeblichen Beitrag zur Optimierung künftiger nachhaltiger Energiesysteme in Quartieren zu leisten und die Chancen beziehungsweise Risiken einer Digitalisierung aufzuzeigen. Wir entwickeln gemeinsam mit Wirtschaftspartnern und weiteren Beteiligten Konzepte und Lösungen und setzen diese um. Dabei weisen wir den Wert für die Umwelt und die verschiedenen Nutzerinnen und Nutzer aus. Unsere Experten geben städtebauliche, wirtschaftliche, technische und nutzerspezifische Empfehlungen ab, nachdem diese von uns im Feld getestet worden sind. Schliesslich zeigen wir den Prozess einer Co-Creation auf, sodass auch das nötige Methodenwissen, wie man hierfür Impulse setzt, weiter gegeben werden kann.

Wieso Quartiere als Bezugsgrösse?

Quartiere rücken immer mehr in den Fokus einer durch bauliche Verdichtung geprägten Schweiz. Auch bei der Umsetzung der Energiestrategie spielen sie eine zentrale Rolle. In den letzten Jahren wurden viele ehemals industriell genutzte Areale umgenutzt. Neue, nachhaltige Quartiere entstanden. Als räumliche Bezugsgrösse zwischen der Makro-Ebene (gesamte Schweiz) und der Mikro-Ebene (einzelnes Gebäude) bieten sich Quartiere als geeignete Meso-Ebene bei der Ausgestaltung künftiger Energiesysteme an. Sie bilden die Komplexität des Energiewandels auf einem begrenzten Raum ab – eine geeignete Analyseeinheit, um Schlüsse auf grössere Systeme zu ziehen. In einem Quartier sind zudem verschiedene Anspruchsgruppen wie beispielsweise Mietende, Besitzende, Gewerbe, Industrie, Verbrauchende und Produzierende oder sogenannte «Prosumenten» (Konsumierender und Produzierender in einer Person) vorhanden und können identifiziert und mit einbezogen werden.

Wieso Digitalisierung?

Die bestehenden reinen Energienetze in den ehemaligen Arealen können mit einer hohen Verfügbarkeit an Informationen und tiefen Kommunikationskosten zu intelligenten Netzen ausgebaut werden. Künftige Energiesysteme müssen den neuen politischen, technischen und sozialen Herausforderungen sowie den Verbrauchs- und Erzeugerprofilen umweltgerechter Energie angepasst werden. Dabei soll stets eine ausreichende Versorgungssicherheit garantiert werden. Die Digitalisierung wird neue Angebote und Dienstleistungen in der Branche ermöglichen. Sie wird aber auch bestehende Geschäftsmodelle und Beziehungen verändern.