In unseren Fokusgruppen und in der Online-Befragung zeigten sich Stromkundinnen und -kunden generell offen für Veränderungen in der Interaktion mit ihrem Energieversorgungsunternehmen. Dynamische Tarif-Modelle akzeptieren sie dann, wenn möglichst wenig Aufwand entsteht – das heisst, wenn Geräte auf die Stromnachfrage und das Stromangebot reagieren und dadurch die Stromtarife nicht überwacht werden müssen. Diese direkte Steuerung akzeptieren die Kundinnen und Kunden jedoch nur, wenn sie die Möglichkeit haben, bei Bedarf manuell die Steuerung auf ihre Bedürfnisse anzupassen. Bei kundenseitigen Netzstabilisierungsmassnahmen ist darauf zu achten, dass Komfort und Privatsphäre nicht zu stark strapaziert werden. Hoch gewichtet wird von den Befragten auch die Fairness: Niedriges Einkommen, schwache Medien-/IT-Kompetenz oder fehlende Flexibilität in der Tagesstruktur (zum Beispiel bei Schichtarbeitenden, Mietern oder Familien) dürfen nicht zu Benachteiligung führen.

«Acceptance among residential electricity consumers regarding scenarios of a transformed energy system in Switzerland — a focus group study»

Martin Soland et al. 2017